MARTIN SCHULTE

jazz gitarre

„Zu Fuß erreichbar“ - ein Hinweis, der Leichtigkeit, Entspannung und geringen Aufwand vermuten lässt, um ans gewünschte Ziel zu kommen. Und eine ideale Zustandsbeschreibung für das neue Album von Martin Schulte und seinem Quartett. Mit „Walking Distance“ legt der 35 jährige Jazzgitarrist aus Köln seinen dritten Longplayer als Bandleader vor. Darauf demonstriert Schulte, dass er die lebendige deutsche Jazz-Szene nicht nur als versierter, facettenreicher Gitarrist bereichert, sondern vor allem auch als Komponist und Arrangeur.
Dabei konnten sich der Gitarrist und seine bewährten Bandmitgliedern Peter Ehwald (Saxofon), Mirek Pyschny (Schlagzeug) und Matthias Akeo Nowak (Bass) über prominente Wegbegleitung freuen. Mit Frederik Köster erweiterte ein mit Preisen überhäufter (unter anderem WDR- Jazzpreis und ECHO Jazz) und als „neuer Trompeten-Star“ gefeierter Musiker („Die Welt“) die Viererbande zum Quintett. „Ich hatte mir schon im Vorfeld genau ausgemalt, wie die Kompositionen später klingen sollten und wollte Fred unbedingt in meine Band einbauen“, erklärt Schulte.
Neben der treibenden Hardbop-Komposition „Walking Distance“ setzt Köster auch auf „On A Silent Day“ Akzente – einem Kaleidoskop unterschiedlicher Stimmungen eines Tage. Der Trompeter nennt Schulte in einem Atemzug mit einer der größten Jazzlegenden überhaupt. „Martins Stücke haben besondere Qualitäten, sie spielen sich sozusagen von alleine. Wie Duke Ellington versteht er es meisterhaft, die besten Seiten seiner Musiker zum Vorschein zu bringen“. Qualitäten, die auch Schulte bereits zahlreiche Preise eingebracht haben und sogar US-Gitarrenvirtuosen wie Ben Monder ins Schwärmen geraten lassen. Als Schulte 2009 ein Jahr in New York lebte, brachte Monder seine Begeisterung für den jungen Deutschen auf den Punkt: „I highly recommend him“, so Monders kurzes, aber knackiges Fazit. Die Bandbreite an Stimmungen, von der seine Stücke leben, ist ungewöhnlich groß, „Walking Distance“ ist wie eine Zusammenfassung seines musikalischen Kosmos. Dieser reicht von energetisch swingendem Modern Jazz mit explodierenden Improvisationen („Picture Hunting“) über sensible Balladen, die Songcharakter beginnen und dann doch woanders hinführen („Driftin“) bis zu modernen rhythmischen Strukturen („Curiosity“).