MANFRED BRÜNDL

SWR jazz preis 2012

Manfred Bründl studierte ab 1980 an der Hochschule für Musik und Darstellende Künste Graz ein kombiniertes Studium der klassischen und der Jazzmusik. Zur Zeit seines Abschlusses 1985 war er der erste staatliche anerkannte und diplomierte Jazz- und Klassikbassist Europas. Zwischen 1983 und 1985 war er Mitglied des Quartetts von Heinz Sauer; anschließend arbeitete er mit Walter Norris, Gabriele Hasler, aber auch mit Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano, Ack van Rooyen, Christof Lauer und Dave Liebman sowie mit zahlreichen Musikern der österreichischen Szene wie Fritz Pauer, Harry Pepl, Leo Wright, oder Erich Kleinschuster. Bründl leitet seit 1987 eigene Gruppen, zunächst „Brüma“ mit Matthias Schubert, Bob Degen und Janusz Stefanski. In seiner Gruppe „Basslab“ spielte er mit Schubert, Simon Nabatov und Barry Altschul das Album „Live“ (1992) ein. Er war im Auftrag des Goethe-Instituts auf Tourneen in Afrika, Asien, Kanada und Lateinamerika. Außerdem unterhielt er ein Trio mit Tomasz Stanko und Michael Riessler bzw. Wollie Kaiser. 1995 gründete er das Hessische Art Ensemble Wiesbaden, das den Übergang zur Neuen Musik auslotete und Bründls Zyklus „Fablichtklänge“ aufführte. Ebenfalls 1995 erhielt Manfred Bründl den „Jazzpreis“ der Stadt Frankfurt am Main. Die CD „respect“ seiner aktuellen Gruppe Silent Bass mit Hugo Read, Achim Kaufmann und Jo Thönes wurde 2006 für den Deutschen Schallplattenpreis nominiert. 2008 wurde sein Album "Crosshatched" (bestes deutsches Jazz-Album des Sendejahres 2008, DLF) veröffentlicht.
Das neue Album: Das sinnbildlich betitelte aktuelle Programm und neue Album „Tip Of  The Tongue“ dreht sich um das kreative Erbe von Peter Trunk – quasi wider das Vergessen. Der Bassist Peter Trunk, war von den späten 50-er Jahren bis zu seinem tödlichen Unfall - er starb bei einem Autounfall in der Silvesternacht 1973 - einer der maßgeblichen Jazzmusiker der internationalen Jazzszene.
In der Sicht des Jazzproduzenten und -kritikers Joachim Ernst Berendt war Peter Trunk „der beste Bassist des deutschen Jazz. Das blieb er sein Leben lang.“ Der Pianist, Publizist und Musikredakteur Michael Naura hält ihn sogar für einen der größten Bassisten aller Zeiten: „Die großen Bassisten - ich denke da an Jimmy Blanton, Ray Brown, Scott LaFaro und Peter Trunk - waren und sind in erster Linie weniger Solisten, als integrierende Figuren, die Gefühle der Geborgenheit vermitteln.

Manfred Bründl studied jazz and classical music from 1980 to 1985 at the University of Music and Performing Arts in Graz, Austria. From 1983 to 1985 he was a member of the Heinz Sauer Quartett and worked subsequently with Albert Mangelsdorff, Norma Winstone, Terumasa Hino, Martial Solal, Herb Ellis, Charlie Mariano, Christof Lauer, Dave Liebman, Walter Norris, Craig Harris, Phil Wilson, Aldo Romano, Bill Elgart and Wayne Krantz amongst others, as well as with numerous other musicians in the Austrian Jazz Scene such as Fritz Pauer, Harry Pepl, Leo Wright and Erich Kleinschuster.

In 1987 he formed his own group “Brüma, Brüma” with Matthias Schubert, Bob Degen and Janusz Stefanski. In his later quartet “Basslab” he recorded the Album “Live” (1992) together with Schubert, Simon Nabatov and Barry Altschul. In 1989 he toured Africa on behalf of the German “Goethe Institute”, thereafter in 1990 Asia, 1994 Canada and 1995 Latin America. During the same period he played in a trio with Tomasz Stańko and Michael Riessler. In 1995 he founded the Hessische Art Ensemble Wiesbaden that explored the intersection of jazz and contemporary music, culminating in Bründl’s composition “Farblichtklänge”. In the same year he received the City of Frankfurt am Main Jazz Award. In 1999 he founded the crossover ensemble Composers Orchestra and in 2000 he recorded the music for the film Mein Bruder der Idiot (ZDF/Arte) with trumpeter Till Brönner. In 2012 he also played together with John Tchicai, Conny Bauer and Günter “Baby” Sommer.